DOBRA – eine gute Gemeinde

Rzędziny in der Gemeinde Dobra sind nur einige Kilometer von Szczecin entfernt. Nach dem ehemaligen prächtigen Gutshaus ist heute wenig übrig geblieben, aber der Geist der englischen Schriftstellerin Elizabeth von Arnim, die diesen Ort weltweit berühmt machte, ist hier weiterhin anwesend. Man würde sie heute als starke Frau – eine Dame mit Klasse – beschreiben. In ihre geistige Obhut hat sie offensichtlich auch die neue Generation der Bewohnerinnen dieses Ortes aufgenommen. Die Gemeinde wird nämlich von Frauen regiert. Sie haben sämtliche wichtigen Stellen, außer einer – der Stelle des Feuerwehrhauptmanns – inne.

Die Gemeinde Dobra grenzt an Szczecin und bildet eigentlich das Umland dieser Großstadt. Früher war sie eine typische Agrargemeinde, jetzt ändert sie ihren Charakter. Es werden hier immer mehr Häuser gebaut. Zur Zeit wohnen hier über 17 Tausend Einwohner. In den letzten 13 Jahren hat sich die Einwohnerzahl verdoppelt. Dobra gilt als reiche Gemeinde. In der vorjährigen Rangliste der Zeitschrift ‚Rzeczpospolita’ hatte sie in der Kategorie ‚Dorfgemeinden’ den 52. Platz belegt. Der Marschall der westpommerschen Woiwodschaft würdigte die Gemeinde im Mai dieses Jahres in Anerkennung ihrer Leistungen in der Kategorie ‚Der beste öffentliche Raum der gesamten Woiwodschaft’. Den prestigeträchtigen Titel erhielt die Gemeinde Dobra für die Sport- und Freizeitanlage „Mierzynianka” in Mierzyn. Die Gemeinde Dobra hat auch Glück in Bezug auf Investoren. Viele Firmen wählen hier ihren Standort. Für den Gemeindehaushalt bedeutet dies weitere Arbeitsplätze und Steuereinnahmen. Auf dem Gebiet der Gemeinde gibt es einige große Betriebe und die größten haben in Mierzyn ihren Standort. Der wichtigste Betrieb ist hier sicherlich die DGS Poland, die für die Holding William Demant arbeitet. Sie stellt ein reiches Sortiment an Hörgeräten sowie Diagnostikgeräten her und beschäftigt 1100 Menschen. Die Arbeitslosigkeit in der Gemeinde hält sich in Grenzen und beträgt 6,8 Prozent.

Welche Prioritäten hat die Gemeinde? „Es handelt sich dabei um diejenigen Prioritäten, die mit dem Bau und mit der Verbesserung der Infrastruktur zusammenhängen. Wasserleitungs-, Kanalisations-, Straßenbau, Bau von Bürgersteigen, Beleuchtung und neue Freizeit- sowie Sportanlagen – es handelt sich also um Aufgaben, die der besseren und sicheren Lebensqualität unserer Einwohner dienen” – sagt Teresa Dera, Gemeindevorsteherin. Zu den im Bau befindlichen Vorhaben gehören: Ausbau und Bau der Kläranlage in Redlica (15,3 Mio. PLN, davon 4 Mio. PLN aus PROW), Bau des Regenwasserkollektors in Mierzyn für 4,6 Mio. PLN, Bau des gemeindeübergreifenden Tierheims in Dobra, der durch einige Selbstverwaltungen mitfinanziert wird sowie eine Reihe anderer Aufgaben, die mit dem Straßenbau zusammenhängen. Es wird auch in Schulwesen investiert. Vor einem Jahr wurde in Bezrzecze für rund 5 Mio. PLN (1,5 Mio. PLN stammten vom Ministerium für Sport und Tourismus) eine Turnhalle fertig gestellt. Die Einwohner werden demnächst eine neue Schule mit Turnhalle in Mierzyn nutzen können. Sie kostete 22,7 Mio. PLN und die Mittel stammten vollständig aus dem Gemeindehaushalt. Für die Gemeinde sind auch Radwege, Ausstattung von Freizeitanlagen, Bau von Bürgersteigen, Straßenbeleuchtung und systematische Modernisierung von Straßen wichtig.

In der Gemeinde Dobra leben hauptsächlich junge Menschen mit Kindern, deswegen ist für die hiesige Selbstverwaltung das Sicherstellen von Kindergartenplätzen von Bedeutung. Dies bedarf jedoch rascher Investitionsmaßnahmen.

Auch die grenzüberschreitende Zusammenarbeit ist für die Gemeinde sehr wichtig. „Wir haben Verträge mit den deutschen Gemeinden Blankensee und Liepgarten unterzeichnet“, sagt T. Dera. Die Kontakte betreffen viele Gebiete, doch am sichtbarsten ist die Realisierung von Sport- und Kulturaufgaben. Im Juni wird gemeinsam mit der Gemeinde Blankensee eine Radtour veranstaltet, die in Dobra beginnt, die dann durch Blankensee und Pampow Richtung Stolec verläuft und wieder in Dobra endet. Wir arbeiten auch mit der italienischen Gemeinde Ponte San Nicolo zusammen. Die Zusammenarbeit betrifft hauptsächlich den Kulturaustausch. Dabei gibt es auch viele Sport- und Integrationsveranstaltungen.

Attraktiv wird sicherlich die Realisierung einer neuen Idee – die Durchführung des „Festivals der Rosen” während des traditionellen Erntefestes am 15. August dieses Jahres. „Festival der Rosen“, eine Gartenveranstaltung, die mit floristischen Ausstellungen und zahlreichen Verkaufsständen der Blumenzüchter verbunden wird, wird als festes Event in den Veranstaltungskalender aufgenommen. Der Festival knüpft selbstverständlich an den durch die englische Schriftstellerin Elizabeth von Arnim so wunderbar beschriebene an Rosen reichen Ort an, der in dem Buch „Elizabeth und ihr Garten” verewigt wurde. Der weltweite Ruhm der Autorin und ihrer in Rzędziny im 19. Jh. verfassten Bücher sind für die heutige Gemeinde Dobra die beste Werbung. Die Einwohner sollten dadurch dazu aufgemuntert werden, schöne Gärten anzulegen, sich der Umwelt zu öffnen und Denkmäler, die es in der Gemeinde viel gibt, zu pflegen, denn viele davon sind echte Perlen der Architektur.