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Kreative Ideen und innovative Lösungen sind in der gegenwärtigen schwierigen Wirtschaftslage von großer Bedeutung. Vor dem Hintergrund des massiven Wettbewerbs und ernster globaler Herausforderung sind innovative Maßnahmen und kreative Lösungen ein Weg zum Wachstum und Wohlstand von Regionen und Ländern. Eine solche Initiative beschreiben wir in der vorliegenden Ausgabe unserer Wirtschaftsrundschau. In Gdynia wurde für 208 Mio. PLN ein weiterer Teil des Wissenschafts- und Technologieparks gebaut, das zur Zeit das größte Objekt solcher Art in Polen ist. Hier sind Firmen aus den kreativen Industriezweigen tätig, die sich mit Projektentwicklung und Innovationen beschäftigen. Kreativität zeigt auch der jüngste polnische Hafen Gdynia. Hier wird systematisch investiert und man arbeitet daran, dass man des Rufes eines modernen Hafens würdig ist. Die Aufgaben sind groß und tragen zum neuen Image bei, und der Hafen erlebt seine zweite Jugend. Auch der Hafen Szczecin, v.a. die Gesellschaft Bulk Cargo-Port Szczecin, die in den letzten zwanzig Jahren eine tiefgreifende Umwandlung durchmachte, kann sich mit Erfolgen rühmen. Von einer Gesellschaft, die Massengut umgeschlagen hat, wurde sie zur universalen Gesellschaft, die den Umschlag für alle Gruppen von Waren in Häfen an der Odermündung tätigt. Die Gesellschaft Bulk Cargo verfügt heute über moderne Infrastruktur und wird mustergültig gemanagt, was gute Perspektiven verspricht. Leider fehlt es insbesondere in Szczecin und Świnoujście weiterhin an guten Zuwegungen zum Hafen. Dies soll sich allerdings ändern. Der gute Zugang zu den Häfen ist Priorität für die betroffenen Städte – dies geht aus der bereits unterzeichneten Vereinbarung zwischen dem Präsidenten der Stadt Szczecin, dem Präsidenten der Stadt Świnoujście und der Seehafenverwaltung Szczecin-Świnoujście.

Das Leben in Szczecin im Juni wird von maritimen Angelegenheiten dominiert. Die Wirtschaftskammer Nord /Północna Izba Gospodarcza/ veranstaltet zusammen mit dem Unternehmen Polnische Seefahrtsflotte /Polska Żegluga Morska/ am 13.-15. Juni dieses Jahres in Szczecin den 1. Internationalen Seekongress. Dies wird ein pionierhaftes Treffen einer großen Gruppe von Vertretern aus vielen Branchen der maritimen Wirtschaft in Polen. Die polnische maritime Wirtschaft verfügt über Kraft und Potential, die besser als bisher eingesetzt werden können. Die Reedereien aus Szczecin erlangen nach den schwierigen 90er des 20. Jh. Jahren wieder die Form und verteidigen erfolgreich ihre Marktposition. Die Werftindustrie ist heute nach dem Zusammenbruch der Werften Gdynia und Szczecin wieder in Form von einigen Dutzend mittelständischer und kleiner Betriebe aktiv, was sich wiederum im besseren Lebensstandard widerspiegelt. Dies betrifft auch das Umland von Szczecin – davon berichtet Teresa Dera, Vorsteherin der Gemeinde Dobra. In der vorliegenden Wirtschaftsrundschau schreiben wir auch über die Perspektiven der maritimen Windkraftenergie. Dem Thema war das Seminar gewidmet, das in Szczecin vom Professor Tadeusz Graczyk von der Fakultät für Seetechnik und Transport an der Westpommerschen Technischen Universität veranstaltet wurde – darüber berichten wir im Artikel „Fabryka prądu z wiatru morskiego”. Über die mehrjährigen Maßnahmen der Firma Interoceanmetal im Bereich des Abbaus maritimer Vorkommen vom Pazifikboden schreibt Dr. habil. Tomasz Abramowski. Maritime Windkraftenergie ist einer der neuen, sich schnell entwickelnden innovativen Trends in der weltweiten Wirtschaft. Für diesjährige Konferenz zum Thema maritime Windkraftenergie, die im September dieses Jahres in Szczecin stattfindet, wurden bereits über 80 Referate aus der ganzen Welt angemeldet.

 

DOBRA – eine gute Gemeinde

Rzędziny in der Gemeinde Dobra sind nur einige Kilometer von Szczecin entfernt. Nach dem ehemaligen prächtigen Gutshaus ist heute wenig übrig geblieben, aber der Geist der englischen Schriftstellerin Elizabeth von Arnim, die diesen Ort weltweit berühmt machte, ist hier weiterhin anwesend. Man würde sie heute als starke Frau – eine Dame mit Klasse – beschreiben. In ihre geistige Obhut hat sie offensichtlich auch die neue Generation der Bewohnerinnen dieses Ortes aufgenommen. Die Gemeinde wird nämlich von Frauen regiert. Sie haben sämtliche wichtigen Stellen, außer einer – der Stelle des Feuerwehrhauptmanns – inne.

Die Gemeinde Dobra grenzt an Szczecin und bildet eigentlich das Umland dieser Großstadt. Früher war sie eine typische Agrargemeinde, jetzt ändert sie ihren Charakter. Es werden hier immer mehr Häuser gebaut. Zur Zeit wohnen hier über 17 Tausend Einwohner. In den letzten 13 Jahren hat sich die Einwohnerzahl verdoppelt. Dobra gilt als reiche Gemeinde. In der vorjährigen Rangliste der Zeitschrift ‚Rzeczpospolita’ hatte sie in der Kategorie ‚Dorfgemeinden’ den 52. Platz belegt. Der Marschall der westpommerschen Woiwodschaft würdigte die Gemeinde im Mai dieses Jahres in Anerkennung ihrer Leistungen in der Kategorie ‚Der beste öffentliche Raum der gesamten Woiwodschaft’. Den prestigeträchtigen Titel erhielt die Gemeinde Dobra für die Sport- und Freizeitanlage „Mierzynianka” in Mierzyn. Die Gemeinde Dobra hat auch Glück in Bezug auf Investoren. Viele Firmen wählen hier ihren Standort. Für den Gemeindehaushalt bedeutet dies weitere Arbeitsplätze und Steuereinnahmen. Auf dem Gebiet der Gemeinde gibt es einige große Betriebe und die größten haben in Mierzyn ihren Standort. Der wichtigste Betrieb ist hier sicherlich die DGS Poland, die für die Holding William Demant arbeitet. Sie stellt ein reiches Sortiment an Hörgeräten sowie Diagnostikgeräten her und beschäftigt 1100 Menschen. Die Arbeitslosigkeit in der Gemeinde hält sich in Grenzen und beträgt 6,8 Prozent.

Welche Prioritäten hat die Gemeinde? „Es handelt sich dabei um diejenigen Prioritäten, die mit dem Bau und mit der Verbesserung der Infrastruktur zusammenhängen. Wasserleitungs-, Kanalisations-, Straßenbau, Bau von Bürgersteigen, Beleuchtung und neue Freizeit- sowie Sportanlagen – es handelt sich also um Aufgaben, die der besseren und sicheren Lebensqualität unserer Einwohner dienen” – sagt Teresa Dera, Gemeindevorsteherin. Zu den im Bau befindlichen Vorhaben gehören: Ausbau und Bau der Kläranlage in Redlica (15,3 Mio. PLN, davon 4 Mio. PLN aus PROW), Bau des Regenwasserkollektors in Mierzyn für 4,6 Mio. PLN, Bau des gemeindeübergreifenden Tierheims in Dobra, der durch einige Selbstverwaltungen mitfinanziert wird sowie eine Reihe anderer Aufgaben, die mit dem Straßenbau zusammenhängen. Es wird auch in Schulwesen investiert. Vor einem Jahr wurde in Bezrzecze für rund 5 Mio. PLN (1,5 Mio. PLN stammten vom Ministerium für Sport und Tourismus) eine Turnhalle fertig gestellt. Die Einwohner werden demnächst eine neue Schule mit Turnhalle in Mierzyn nutzen können. Sie kostete 22,7 Mio. PLN und die Mittel stammten vollständig aus dem Gemeindehaushalt. Für die Gemeinde sind auch Radwege, Ausstattung von Freizeitanlagen, Bau von Bürgersteigen, Straßenbeleuchtung und systematische Modernisierung von Straßen wichtig.

In der Gemeinde Dobra leben hauptsächlich junge Menschen mit Kindern, deswegen ist für die hiesige Selbstverwaltung das Sicherstellen von Kindergartenplätzen von Bedeutung. Dies bedarf jedoch rascher Investitionsmaßnahmen.

Auch die grenzüberschreitende Zusammenarbeit ist für die Gemeinde sehr wichtig. „Wir haben Verträge mit den deutschen Gemeinden Blankensee und Liepgarten unterzeichnet“, sagt T. Dera. Die Kontakte betreffen viele Gebiete, doch am sichtbarsten ist die Realisierung von Sport- und Kulturaufgaben. Im Juni wird gemeinsam mit der Gemeinde Blankensee eine Radtour veranstaltet, die in Dobra beginnt, die dann durch Blankensee und Pampow Richtung Stolec verläuft und wieder in Dobra endet. Wir arbeiten auch mit der italienischen Gemeinde Ponte San Nicolo zusammen. Die Zusammenarbeit betrifft hauptsächlich den Kulturaustausch. Dabei gibt es auch viele Sport- und Integrationsveranstaltungen.

Attraktiv wird sicherlich die Realisierung einer neuen Idee – die Durchführung des „Festivals der Rosen” während des traditionellen Erntefestes am 15. August dieses Jahres. „Festival der Rosen“, eine Gartenveranstaltung, die mit floristischen Ausstellungen und zahlreichen Verkaufsständen der Blumenzüchter verbunden wird, wird als festes Event in den Veranstaltungskalender aufgenommen. Der Festival knüpft selbstverständlich an den durch die englische Schriftstellerin Elizabeth von Arnim so wunderbar beschriebene an Rosen reichen Ort an, der in dem Buch „Elizabeth und ihr Garten” verewigt wurde. Der weltweite Ruhm der Autorin und ihrer in Rzędziny im 19. Jh. verfassten Bücher sind für die heutige Gemeinde Dobra die beste Werbung. Die Einwohner sollten dadurch dazu aufgemuntert werden, schöne Gärten anzulegen, sich der Umwelt zu öffnen und Denkmäler, die es in der Gemeinde viel gibt, zu pflegen, denn viele davon sind echte Perlen der Architektur.